Reha 2017 – Rehaklinik „Garder See“ – Anreisetag

Ich bin nach Althagen geradelt und hatte einen Blick auf die Rehaklinik.Nun bin ich wirklich zur Reha! Ich kann es gar nicht richtig glauben. So richtig wahr wird es erst, als sich mein Mann mit einem Kuss verabschiedet, in sein Auto steigt und den laaaangen Weg nach Hause antritt. Fast 400 km eine Strecke. Mit Zwischenstopp in Berlin bei unseren Kindern.

Wir sind 4:00 Uhr morgens los. Ich habe die Woche vorher viel Ruhe genossen, viel geschlafen, alle energiefressende Tätigkeiten vermieden, um die notwendige Kraft für die Anreise zu haben. Wir haben Glück, wir fahren staufrei und sind 8:40 Uhr in der Klinik.

Es dauert, ich bekomme sofort meine Schlüssel, das Zimmer wird noch für mich vorbereitet. In dieser Zeit werden wir ins Cafe begleitet, bekommen einen tollen Kaffee und der Seeblick ist inklusiv.

Als mein Zimmer freigegeben wird, können wir das Gepäck ausladen (mein Mann) – und wir haben eine Menge dabei. Ich habe mein Speedy, den dazugehörigen Außenrolli und meinen nun schon in die Jahre gekommenen e-motion-Rolli mitgenommen. Und natürlich Klamotten, Atemmaschinchen und eine Menge Zubehör. Das alles passt auf einen Gepäckwagen und ich komme mir einen winzigen Augenblick lang vor, als wäre ich auf einem Flughafen und die Gepäckaufgabe beginnt.

Wir bugsieren alles in das Zimmer. Der Speedy wird vor dem Zimmer angeschlossen und geparkt und er erntet viele neugierige Blicke von den Mitpatienten und auch vom Personal. Beide Rolli passen ins Zimmer und ich bin positiv überrascht.

Ich habe eine Balkontür, die ins Freie führt, im Schrank sind Vorrichtungen angebracht, welche es ermöglichen, die Sachen auf dem Bügel besser zu erreichen. Die Toilette wurde mit einer Erhöhung ausgestattet, nur das Bad ist zu klein und ich muss das Waschen/Duschen ohne Rolli schaffen. Das Bett lässt sich automatisch über eine Fernbedienung heben und senken. Die Matratze ist hart und die Bettdecke sehr schwer. Aber das Problem habe ich auch zu Hause. Abends lässt die Kraft so nach, dass es manchmal schier unmöglich ist, die Bettdecke aus eigener Kraft zu bewegen.

Mein Mann packt alles aus und räumt es in die Schränke, ich kann mich inzwischen beatmen und nach der Verabschiedung rolle ich zur Aufnahme. Super nett, interessiert und professionell. Sie nimmt alle notwendigen Maße, hilft mir, da der Rolli nicht durch die Tür passt.

Total überrascht bin ich, als ich zum Mittagessen rolle. Am Eingang werde ich begrüßt, ich treffe meine Essensauswahl für die Woche und man weist mir einen Tisch zu. Auf dem Weg dahin werde ich von einer Kellnerin begleitet, die mich nach meinen Wünschen für Getränk, Salat und Nachspeise fragt und mir alles an den Platz bringt. Das gleiche passiert auch zum Abendbrot.

Am Nachmittag macht die Ärztin der Pulmologie die Aufnahme, sie schaut etwas grimmig, stellt sachlich alle Fragen und klärt mit mir ab, was sie zum Erstellen des Therapieplanes benötigt. Da ich auch hier mit dem Rolli nicht in ihr Zimmer komme, sucht sie mich dazu in meinem Zimmer auf. Noch am Abend ist der Plan zusammengestellt und ich freue mich, dass sie meiner Bitte entsprochen hat, mich am Nachmittag nicht zu voll zu packen, weil ja dann die Kraft enorm schnell nachlässt.

Meinen Tisch teile ich mir mit einem älteren Berliner Ehepaar und die haben starken Redebedarf. Als sie merken, dass ich Berlin gut kenne, ist der Bann gebrochen und ich bekomme eine ganze Lebensgeschichte erzählt.

Als ich wieder in meinem Zimmer bin, beginne ich zu frieren – immer ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich total platt bin.

Es passiert nicht mehr viel, ich falle buchstäblich ins Bett und schlafe ausgezeichnet, auch wenn ich früh die Härte der Matratze fühle.

 

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