Geheimnisvolles Leben

Geheimnisvolles Leben

 

Geheimnisvolles Leben Du, gewoben

aus mir und vielen unbekannten Stoffen,

geschieh mir nur: Mein Sinn ist allem offen

und meine Stimme ist bereit zu loben.

Wenn Du mir weh tun willst, so komm und schneide

mein Herz entzwei, das tausendfach empfindet,

blende mein Auge mit Brand bis es erblindet,

ich glaube, daß ich wachse, wenn ich leide.

Und wachsen will ich und um jeden Preis.

Reiß mich hinauf an meinen Haaren,

drück mich der Erde in den Schoß!

Nur laß mich deinen Sinn erfahren,

denn ich vermute: Du bist groß.

Laß mich nicht sterben, eh ich weiß

wie sich der Tod zu dir verhält?

Ist er der Widerspruch der Welt?

Ist er ihr Heil?

Ist er ein Teil von dir, des Lebens Teil?

Weil ich ihn so nur denken kann – im Leben.

Du mußt mir nicht sagen wie alles ist.

Du mußt mir nur einige Zeichen geben

und mich mit allen Dingen verweben,

darinnen du verwoben bist.

RAINER MARIA RILKE

 

Einfach wunderbar. 🙂

Advertisements

mountaindreamer

Und hier dank Jane Blond (siehe Kommentar Beitrag vorher) der Text im Original von Oriah the mountaindreamer:

 

The Invitation by Oriah

dreamer

 

 

 

 

 

 

 

It doesn’t interest me
what you do for a living.
I want to know
what you ache for
and if you dare to dream
of meeting your heart’s longing.

It doesn’t interest me
how old you are.
I want to know
if you will risk
looking like a fool
for love
for your dream
for the adventure of being alive.

It doesn’t interest me
what planets are
squaring your moon…
I want to know
if you have touched
the centre of your own sorrow
if you have been opened
by life’s betrayals
or have become shrivelled and closed
from fear of further pain.

I want to know
if you can sit with pain
mine or your own
without moving to hide it
or fade it
or fix it.

I want to know
if you can be with joy
mine or your own
if you can dance with wildness
and let the ecstasy fill you
to the tips of your fingers and toes
without cautioning us
to be careful
to be realistic
to remember the limitations
of being human.

It doesn’t interest me
if the story you are telling me
is true.
I want to know if you can
disappoint another
to be true to yourself.
If you can bear
the accusation of betrayal
and not betray your own soul.
If you can be faithless
and therefore trustworthy.

I want to know if you can see Beauty
even when it is not pretty
every day.
And if you can source your own life
from its presence.

I want to know
if you can live with failure
yours and mine
and still stand at the edge of the lake
and shout to the silver of the full moon,
“Yes.”

It doesn’t interest me
to know where you live
or how much money you have.
I want to know if you can get up
after the night of grief and despair
weary and bruised to the bone
and do what needs to be done
to feed the children.

It doesn’t interest me
who you know
or how you came to be here.
I want to know if you will stand
in the centre of the fire
with me
and not shrink back.

It doesn’t interest me
where or what or with whom
you have studied.
I want to know
what sustains you
from the inside
when all else falls away.

I want to know
if you can be alone
with yourself
and if you truly like
the company you keep
in the empty moments.

 

You could find much more about mountaindreamer:

http://www.oriahmountaindreamer.com/

 

Und hier der Hinweis von auf die deutsche Übersetzung.

http://www.der-innere-weg.de/der-innere-weg/schatztruhe/oriah/

Es interessiert mich nicht – oder doch?

Es interessiert mich nicht, wie Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich will wissen, wonach Du Dich so sehr sehnst, dass es Dir wehtut,
Und ob Du davon zu träumen wagst,
dem zu begegnen, wonach sich Dein Herz verzehrt.
Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich will wissen, ob Du es riskierst, für Deine Liebe als Narr dazustehen,
für Deine Träume und das Abenteuer zu leben.
Es interessiert mich nicht, wie Deine Sterne stehen.
Ich will wissen, ob Du bis zu Deinem wirklichen Leid vorgedrungen bist,
ob Dich der Verrat des Lebens geöffnet hat oder ob Du Dich zusammengezogen
und verschlossen hast vor Furcht oder weiterem Kummer.
Ich will wissen, ob Du Schmerz aushalten kannst, meinen oder Deinen eigenen,
ohne zu versuchen ihn zu verstecken, verblassen zu lassen oder zu manipulieren.
Ich will wissen, ob Du Freude empfinden kannst, meine oder Deine eigene,
ob Du voller Wildheit tanzen kannst und Dich von den Fingern bis zu den Zehenspitzen
in einen Rausch versenken kannst, ohne zu mahnen, vorsichtig zu sein,
oder realistisch, oder an die Grenzen des Menschseins zu erinnern.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich will wissen ob Du einen anderen Menschen enttäuschen kannst,
indem Du Dir selber treu bleibst.
Ob Du die Anschuldigung, betrogen zu haben, ertragen kannst und
ob Du nicht Deine eigene Seele betrügst.
Ich will wissen, ob Du treu sein kannst und damit vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst,
auch wenn sie nicht jeden Tag sichtbar ist.
Und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speist.
Ich will wissen, ob Du mit Versagen leben kannst, Deinem und meinem,
Und trotzdem noch am Ufer des Sees stehen kannst und
dem Silber des Vollmondes „Ja“ zurufen kannst.
Es interessiert mich nicht, wo Du wohnst oder wieviel Geld Du hast.

Ich will wissen, ob Du nach einer Nacht voller Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst,
ausgelaugt und zermatert, und tun kannst, was für die Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wer Du bist oder wie Du hierher gekommen bist.
Ich will wissen was Dich in Deinem Inneren hält, wenn alles andere wegbricht.
Ich will wissen, ob Du mit Dir alleine sein kannst,
und ob Du die Gesellschaft, die Du in diesen Momenten hast, wahrhaft magst.

Änderung:

Autorin: Oriah Mountain Dreamer

 

Ich finde es einfach nur sehr weise.

Eigensinnige kleine Eule Jule

Eulchen Jule

Eigensinnige kleine Eule Jule

Ich fahr drauf zu, schau ins Fenster
Denk noch, nanu? Seh ich Gespenster?

Eulchen Jule, sonst Vogel der Nacht,
schaut mich an und das mit Macht.

Plötzlich Wiedersehen macht Freude
zaubert ein Lächeln ins Gesicht heute.

Wärmt das Herz, die Brust wird weit
rettet den Tag, der schon mal schreit.

Kleine Geste, große Wirkung
welch wunderbare Fügung!

2014

Jean-Baptiste-Camille Corot
Lesende Frau (Jean-Baptiste-Camille Corot)

 

Ein neues Buch, ein neues Jahr

Ein neues Buch, ein neues Jahr
Was werden die Tage bringen?
Wird’s werden, wie es immer war,
Halb scheitern, halb gelingen?
Ich möchte leben, bis all dies Glüh’n
Rückläßt einen leuchtenden Funken.
Und nicht vergeht, wie die Flamm‘ im Kamin,
Die eben zu Asche gesunken.

Theodor Fontane

Nordsee

Nordseestimmung

Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
Und Dämmrung bricht herein;
Über die feuchten Watten
Spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
Neben dem Wasser her;
Wie Träume liegen die Inseln
Im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
Geheimnisvollen Ton,
Einsames Vogelrufen –
So war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
Und schweiget dann der Wind;
Vernehmlich werden die Stimmen,
Die über der Tiefe sind.

Theodor Storm

Ich bin seit ein paar Tagen mit meinem Mann und meinem Hund an der Nordsee. Das erste Mal in meinem Leben. Unwillkürlich erinnere ich mich daran, dass Theodor Storm ja in Husum geboren und aufgewachsen ist.

Die Fahrt hierher habe ich gut bewältigt und ich hatte genügend Kraft und Ausdauer, den ersten Urlaubstag auf der Insel Baltrum zu verbringen. Dort imponierte mir wie sehr die Entschleunigung auf dieser autofreien Insel bemerkbar ist. Auch wenn ich nur ein paar wenige Stunden dort war.

P1130327

Das Atmen ist leichter an der Nordsee und mich durchströmt ein Gefühl von Ruhe und gewisser Sorgenfreiheit. In einem hübsch anzusehenden Fischerdörfchen finden wir viele außergewöhnliche Fotomotive.

Die Greetsieler Wetterstation:

P1130399

Und natürlich sind wir auch in der Nähe der Niederlanden. Das sieht man deutlich.

Idyll

An eine ganz besondere Freundin

(Elli Michler)

Ich wünsch‘ Dir Zeit

nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsch‘ Dir nur

was die meisten nicht haben.

Ich wünsch‘ Dir Zeit.

Dich zu freuen und zu lachen

und wenn Du sie nützt,

kannst Du etwas daraus machen.

  Ich wünsch‘ Dir Zeit

für Dein Tun und Dein Denken

nicht nur für Dich selbst,

sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsch‘ Dir Zeit,

nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit

zum Zufriedensein können.

Ich wünsch‘ Dir Zeit

nicht nur so zum Vertreiben.

Ich wünsche

sie möge Dir übrig bleiben.

Als Zeit für das Staunen

und Zeit für Vertrauen,

anstatt nach der Zeit

auf die Uhr zu schauen.

Ich wünsch‘ Dir Zeit

nach den Sternen zu greifen,

und Zeit, um zu wachsen.

Das heißt um zu reifen.

Ich wünsch‘ Dir Zeit

um zu hoffen, zu lieben,

es hat keinen Sinn

diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsch‘ Dir Zeit

zu Dir selber zu finden.

Jeden Tag, jede Stunde

als Glück zu empfinden.

  Ich wünsch‘ Dir Zeit,

auch, um Schuld zu vergeben.

Ich wünsch‘ Dir Zeit

haben zum Leben.


zeit
Quelle Bild: http://www.wissenschaft-online.de/astrowissen/zeit.html

Da ist so viel Wahres drin!

Sturm Strand 3

„Du kannst keinen Ozean überqueren, indem du einfach nur aufs Wasser starrst.“

von Rabindranth Tagore

Ich habe den Nobelpreisträger der Literatur Rabindranath Tagore (Thakur) für mich wieder entdeckt. Er war schon einmal mein Begleiter in der Studienzeit, als ich mich sehr für die Geschichte Indiens interessierte.

Heute stehe ich an einem anderen Punkt und freue mich, dass ich wieder auf ihn und seine Weisheiten zurückgreifen kann.