Hier bin ich richtig

Hier bin ich richtig

Bücherwurm

 

Die Überraschung war riesig, als wir im Cottage unseres Gastvaters diese Bibliothek entdeckten. Klar, dass ich hier den Platz gefunden hatte, der mich zur Ruhe kommen ließ. Gern würde ich viel viel länger dort verweilen. denn in nur 12 Tagen ist es gänzlich unmöglich, auch nur ansatzweise den Schatz der deutschen und englischen Bücher zu heben. Ich habe mich wohlgefühlt, wie schon lange nicht mehr, trotz körperlicher Einschränkungen.

Dingle Peninsula – Ich bin glücklich

Dingle Peninsula

Ballyferriter

Ich komme so gestärkt aus dieser Behandlung im Januar, habe eine Menge Energie und Kraft, dass ich gemeinsam mit meiner Tochter und ihrem Partner beschließe, 12 Tage im März/April in Irland zu verbringen.

Also Flüge gebucht, Unterkunft organisiert, Mietwagen bekommen. Dank PC und Internet keine Hexerei!

Nun sind es keine vier Wochen mehr und das Abenteuer beginnt. Zugegeben, mir ist etwas mulmig und ich erschrecke mich zuweilen vor meiner eigenen Courage.

Aber dann denke ich: »Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Ein schöneres Geschenk zum 50. Geburtstag kann ich mir gar nicht machen!

Da ist so viel Wahres drin!

Sturm Strand 3

„Du kannst keinen Ozean überqueren, indem du einfach nur aufs Wasser starrst.“

von Rabindranth Tagore

Ich habe den Nobelpreisträger der Literatur Rabindranath Tagore (Thakur) für mich wieder entdeckt. Er war schon einmal mein Begleiter in der Studienzeit, als ich mich sehr für die Geschichte Indiens interessierte.

Heute stehe ich an einem anderen Punkt und freue mich, dass ich wieder auf ihn und seine Weisheiten zurückgreifen kann.

Fliegen nach Thymektomie

Also …, ich habe natürlich Kontakt zu vielen Menschen, die an Myasthenia Gravis erkrankt sind.

Die Formen der Kommunikation sind sehr unterschiedlich.

Einige treffe ich persönlich und genieße einen Kaffeeklatsch, einige e-mailen mit schönster Regelmäßigkeit, andere wieder telefonieren gern und stundenlang mit mir und einige wenige nutzen die Plattform skype.

Immer wieder genieße ich jeden Kontakt, hilft dieser mir doch aus der Einsamkeit und bereichert mich mit Menschlichkeit, Wärme und anderen wertvollen Erfahrungen im Umgang mit der MG.

Immer wieder hörte ich von Betroffenen mit einer Thymektomie, dass der operierende Arzt ihnen gesagt hätte, dass Fliegen erst nach 2 Jahren nach der OP wieder möglich sei.

Nun, als ich operiert wurde, hatte ich nicht im Traum daran gedacht, je wieder in ein Flugzeug steigen zu können, also habe ich die Frage danach nicht gestellt.

Im Nachhinein frage ich mich im Stillen: „Hatte der Arzt mir dies auch nicht mehr zugetraut?“

Wie auch immer, im September 2008 wurde bei mir minimalinvasiv ein Thymom entfernt und im August 2011 bin ich das erste Mal danach wieder geflogen.

Vor dem Flug hatte ich Manschetten, gleich aus mehreren Gründen. Die Gründe wegen meiner schlechten Beweglichkeit will ich in diesem Artikel gern vernachlässigen.

Aber ich machte mir Sorgen um meine Atmung, hatte Angst vor Druckausgleichen beim Start und bei der Landung und eventuell bei Turbulenzen in der Luft. Und ich wusste nicht, wie ich ca. 2 Stunden in einem Sitz überstehen sollte, der wenig Beinfreiheit lässt.

2 Stunden angewinkelt im Flugsessel macht mit der Beinmuskulatur viel, von Krämpfen bis zur Verweigerung der Laufleistung beim Aussteigen und die Gangway hinabsteigen – die Palette möglicher Zwischenfälle war riesig.

Tage vor dem Flug war mein ganz persönliches Kopfkino mit entsprechenden „Horrorszenarien“ auf Hochtouren gelaufen und trug nicht dazu bei, Nervosität zu lindern.

Um so erfreuter war ich, dass ich den Start und den Flug ohne Beschwerden überstand. Ich hatte mir einen Sitz gewählt, im Gang (rot markiert), so dass ich jederzeit aufstehen konnte,  ohne andere Fluggäste mit meinem Ansinnen behelligen zu müssen.

Und noch einen weiteren Vorteil hatte dieser Platz, ich konnte meine Beine auch mal in Richtung Gang ausstrecken und meine Sitzposition in Richtung Gang verändern. So waren die 2 Stunden zwar keine Kleinigkeit,die Beine machten sich schon bemerkbar, aber es war aushaltbar und ich konnte, zwar im Schneckengang, aber allein und ohne Hilfe die Gangway auch wieder herabsteigen.

Was sich aber ganz, ganz unangenehm anfühlte, das war die Landung. Ich bemerkte sofort, dass der Pilot den Landeanflug begann. Die operierte Seite schmerzte und wurde zusammen gepresst. Der gesunde und nicht operierte rechte Lungenflügel gab keinen Mucks von sich.

Es wurde eng in der Brust und es fühlte sich an, als kämen große Lasten auf mein geschundenes Atmungsorgan zu.

Der Landeanflug war ein sehr kurzer, ca. 8 Minuten. Ich habe das gleiche Gefühl auch bei der Landung beim Heimflug gehabt, nur da wusste ich, wie sich das anfühlt und ich war besser darauf vorbereitet, wusste ich doch, dass es am Boden alles wieder normal wird.

Mein Fazit ist, kleine Flugzeuge zu nutzen (Ryanair fliegt ausschließlich mit Boeing 737), und die Reisezeit kurz zu halten. Ich für mich habe entschieden, länger als 2 Stunden sollte vorerst kein Flugziel entfernt sein.

So nun für alle, die fliegen wollen, alles Gute und Toi Toi Toi.

 
www.luftfahrt.net/galerie (Bild Boeing)
www.gofox.com/tools (Bild Sitzplan) 
http://de.123rf.com/ (Bild Kommunikation) 

Abgehobenes Beatmungsgerät :-)

So, puhh …,

also ganz ehrlich, Reisen, Fliegen, Feiern alles in einem Zeitraum von „nur“ 2 Monaten – hat mich ganz schön gefordert.

Als der Flugtermin Mitte August immer näher rückte, wurde ich sehr nervös. Ich war seit 2007 nicht mehr in Irland gewesen.

Seit dieser Zeit habe ich mich sehr verändert. Ich bin nicht mehr spontan, kann nicht mehr stundenlang wandern, Treppen steigen oder gar auf Berge klettern. Aber gerade das war es ja, was uns so gefallen hat an unserem Urlaubskonzept in Irland.

Die Ärzte im Johanniter Krankenhaus Oberhausen gaben mir den Hinweis, beim Bereitsteller meines Beatmungsgerätes doch eine mehrsprachige Zollerklärung mit Stempel und Eintragung der Typennummer meines Gerätes für den Flug nach Irland anzufordern.

Das DinA 4-Blatt ist auf dem Briefkopfbogen der Firma mit einer 7-sprachigen Deklaration des Beatmungsgerätes bedruckt. Folgender Text ist da auf deutsch, englisch, italienisch, französisch, spanisch, türkisch und polnisch zu lesen:

„Deklaration:

Das Ihnen vorgestellte Gerät mit oben genannter Seriennummer ist ein Beatmungsgerät (n-CPAP bzw. n-BIPAP) für die Therapie nächtlicher Atmungsregulierungsstörungen. Dieses Gerät ist vom Patienten jede Nacht einzusetzen und deshalb auf Reisen unbedingt mitzuführen.“

Mehr nicht. Wir flogen von Frankfurt/Hahn mit Ryanair. Wir blieben mit unserem Flugziel Irland ja in der europäischen Union und trotzdem wurde mein Gerät peinlichst genau unter die Lupe genommen.Der Zöllner las die Deklaration, suchte die Schläuche und die Maske, die im selben Rucksack, aber in einem seperatem Fach untergebracht waren.

Er murmelte:“ So ein Gerät hätte er noch nicht zu Gesicht bekommen, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er ein Drogenscreaning durchführe.“  Hatte ich nicht, obwohl ich innerlich gern gewusst hätte, wie seine Reaktion gewesen wäre, wenn ich „nein“ gesagt hätte.

Hatte ich aber nicht und so wurde alles mit Wattebäuschen, die vorher in irgendeiner Lösung getränkt wurden, abgewischt und ich musst ca. 5 Minuten auf das Ergebnis warten, bevor ich die Transitzone betreten konnte.

Das Handgepäcksgewicht bei Ryanair = 10 kg. Also habe ich mein Gerät mit Schläuchen und Masken vorher gewogen und hatte Glück, es wog nur 7,5 kg.

Die Aufgabe im „normalen“ Gepäck habe ich nicht gewagt, da mir ja das Gerät nicht gehört, sondern meine Krankenkasse Eigentümer ist. Bei Verlust des Gepäcks (soll schon mal an Flughäfen passieren 😉 ) hätte ich nicht nur gesundheitliche Probleme an der Backe gehabt.

Ich habe weder ein ärztliches Schreiben über die Notwendigkeit bei mir gehabt noch habe ich die Fluggesellschaft im Vorfeld über mein Vorhaben „beunruhigt“.

Der Rückflug mit dem „Atemmaschinchen“ war wesentlich entspannter, wohl auch, weil es von Irland nach Deutschland ging und der irische Zoll alles ein wenig entspannter anging.

Ich beantwortet nur die Frage, was das da sei „inside“ und konnte meines Weges in den Transitraum gehen.

Obwohl ich im Handepäck eine Menge Medikamente hatte, sprach mich nicht ein Zöllner, weder ein deutscher noch ein irischer, darauf an.

Da hatte ich die größeren Probleme erwartet. Dazu hatte ich mir eine 7-Tage-Ration Medikamente in Dosen, feinsäuberlich mit dem jeweiligen Wochentag beschriftet, vorsortiert und die gleiche Menge noch einmal mit Reserve-Anzahl ins Handgepäck getan. Ich hatte meinen Myasthenie-Ausweis dabei und eine Aufstellung der Medikamente, die ich einnehmen muss.

Das zu dieser Erfahrung.

In Kürze kommt:

„Fliegen nach Thymektomie“