Begegnungen

Manchmal beschenkt mich das Leben. Wann? Immer dann, wenn ich kurz und intensiv in die Lebensgeschichte  fremder Menschen eintauche. So wie heute unverhofft in unserer Stadt.

Ich war mit meiner Freundin bei Sonnenschein und eisigem Ostwind unterwegs, wir wollten ein Geschenk für eine  gute, uns beiden sehr nahe stehende Freundin aussuchen und natürlich auch kaufen.

Also, nichts wie hinein in ein Geschäft, welches schon von der Gestaltung der äußeren Fassade freidenkende Menschen und Künstlernaturen magisch anzuziehen scheint.

Bevor wir den kombinierten Uhrensalon, die Töpferstube, das Schmuckdesign-Geschäft und die Galerie betraten, fiel mir eine sehr schmucke alte Dame auf, die trippelnden Schrittes sich genau in unsere Richtung bewegte. Weit voraus leuchteten ihr roter Schal, ihre modische rote Mütze und, natürlich, die rote Handtasche. Dezent dazu, der schwarze Wintermantel.  Sie schlüpfte noch vor uns ins Geschäft und saß schon, mit einem Bürstenhaarschnitt ganz in weiß, auf einem Stuhl in der Ecke und unterhielt sich angeregt mit der Inhaberin. So schnell konnte ich gar nicht schauen, als meine Freundin mir diese Dame als die beste Malerin unseres Kreises vorstellte. Angenehm der Händedruck und ihre wenigen Worte verrieten ihre nicht sächsische Herkunft. Klare Augen, neugierig und warm und voller Güte, ein Gesicht, dass vom Leben zeugte und Leben zeigt. Während meine Freundin das Geschenk heraussuchte, begann ich ein Gespräch mit der alten Dame. Sie ging freudig darauf ein und zwischen uns entfachte sich ein wundervoller Dialog. So wundervoll, dass ich meiner Freundin die wirtschaftlichen Entscheidungen unserer Einkaufstour überließ, den mir freundlich dargereichten Stuhl wahrnahm und mich angeregt unterhielt. Ich war begeistert von meinem Gegenüber. Ich schätze sie gut Mitte achtzig, ein wacher, klarer Blick, sie rollte das R nach fränkischer Art und verrät mir, dass sie in Schwerin geboren und Ende der Dreißiger nach Franken gezogen sei. Nun ist sie mit ihrem Sohn, der in unserer Region Arbeit fand, hierher gezogen, lebt im betreuten Wohnen und findet sich immer in diversen Kunstkreisen, zu denen auch die Inhaberin dieses Geschäftes gehört, ein.

Wir sind beide magisch angezogen von diesem Moment der wundervollen Begegnung und auch jetzt noch, Stunden danach, freue ich mich sehr und es bleiben so viele unausgetauschte Worte.

Ich erinnere mich an einen Text von Anselm Grün, auch von einer lieben Freundin zugeschickt:

Zitatanfang:

Mein Lebenshaus entdecken

” Nur wenn ich mit mir in Berührung bin, kann ich mit anderen Menschen in Berührung kommen. Ich habe dann keine Angst mehr, dass der andere dann etwas in mir entdecken könnte, was ich vor mir verborgen halte. Wenn ich selbst eingetreten bin in das Haus meines Leibes und meiner Seele, wird es mir auch möglich, den anderen in mein Haus eintreten zu lassen. Ich kann ihm alles zeigen, was in mir ist, weil ich es mir selbst erlaubt habe, dass mein Lebenshaus so aussieht.”

Zitatende

Tiny_house,_Portland

Ich erinnere mich wieder, wie schnell mir die Herzen von Menschen zufliegen, wie schnell ich mit Menschen in Kontakt komme, wie sehr ich Menschen um mich liebe und wie gern ich unter Menschen bin.

Ein Tag, von dem ich noch lange zehren werde!

Veränderung

chance-change

Wer kennt das? Als ich noch nicht von der Myasthenie betroffen war, habe ich für mein Leben gern verändert. Meine Frisur, meine Kleidung, meinen point of view, meine Wohnorte und ganz besonders gern auch meine Wohnungen. Damit habe ich meinen Mann und meine Kinder manchmal sicher sehr genervt, ich fand es schick, mal soeben die Möbel zu verrücken.

Ich mag es eben und nun, da ich nicht mehr die schweren Dinge im Real-Life verschieben kann, habe ich mich nach fast 6 Jahren Second-Life dazu entschlossen, das Outfit meines Blogs zu verändern. Ich brauchte einfach einen neuen Anstrich und ich wünsche mir sehr, dass es auch für meine Leser, Follower und zufällige Finder Spaß macht, mir im neuen Look  zu folgen.

Ich habe noch keine zündende Idee für ein Bild im Header, wer eine für mich hat, ich würde mich sehr freuen.

wie immer:

Feedback macht die Würze im Leben aus. :-)

Die kleinen Dinge des Lebens

image

Meine Orchideen stehen in einem Südfenster und haben sich alle auf einmal entschlossen, ihre Blütenpracht zu entfalten. Jeden Tag habe ich am Morgen, wenn ich mein Wohnzimmer betrete die Sonne im Herzen und erfreue mich an den blühenden Pflanzen.

Sachsen-Klatsch – Bitte weitersagen!

Liebe Leserinnen und Leser,

Clete beschreibt im Kapitel XII seine Besteigung des Mount St. Helen. Acht Jahre nach dessen gewaltigen, todbringenden Ausbruch. Wie immer verknüpft er seine Erfahrungen mit seiner Theorie über die Myasthenia gravis.

Der gute Clete war natürlich zu dieser Zeit schon erkrankt und zieht seine Lehren aus dieser Tour.

Diese Lehren haben mich sehr beeindruckt und immer, wenn ich mir sein Buch vornehme, staune ich, was Clete dem Leben so abringt und vor allem wie er zu seinen Schlussfolgerungen gelangt.

In diesem Kapitel beeindruckte mich im besonderen Maße seine Erkenntnis, dass er selbst bestimmt, wann er ein Ziel für erreicht ansieht. Nicht mehr das Ziel allein bestimmt die gewaltigen Kraftanstrengungen, um es zu erreichen. Nein, er lernt, dass er mit den Kräften haushalten muss, ohne Gipfelsturm nach Hause kehrt und trotzdem ein Gewinner ist.

aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, wie schwer genau diese Umprogrammierung ist!

Viel Vergnügen mit dem philosophischen Clete Gress!