Montag, Freundin und die Software Dark Room

Ein Tag, der die Woche beginnt, ihr Montag.
Sonst immer ein Tag, der sie schlapp erlebt, mit Schmerzen in vielen Muskeln, besonders im Rücken und in der Lunge.
Nach einer nicht mehr erwarteten Hitze Ende August brachte die Nacht zuvor Gewitter und die so ersehnte Abkühlung.
Das morgendliche Ritual:
Tabletten einnehmen, Spray und Pulver inhalieren, sich die Kompressionsstrümpfe anziehen lassen. Ohne Unterstützung durch ihren Mann schafft sie vieles überhaupt nicht mehr.
Während sie diese Dinge routiniert abspult, arbeitet ihr Kopf. Wenn sie das geschafft hat, wartet der Hund, muss sie sich waschen, Zähne putzen. Wie so oft wünscht sie sich, sie wäre nicht so stolz und könnte es zulassen, dass ein Pflegedienst ihr morgens diese Arbeit abnimmt. Noch bevor sie die morgendliche Toilette beginnt, weiß sie, wie anstrengend das für sie werden wird und gern hätte sie Unterstützung dabei. Im Badezimmer dann weiß sie wieder, wieso sie nicht möchte, dass ihr fremde Menschen dabei behilflich sind. Privatsphäre, wie wichtig sie ihr geworden ist. Freiheit in der Planung, frei sein in ihrer Entscheidung, sich gut oder schlecht zu fühlen, den Kopf klar zu bekommen, ohne Rücksicht auf einen Menschen, der ihr so nah, zu nah, kommt.
Nein, das kann wirklich noch warten, sie kann es schaffen, wenn auch mit Ächzen und Stöhnen, die Luft wird knapp und bei Zähne putzen ist sie immer wieder froh, dass es Zahnpastatuben gibt, deren Deckel sie nicht drehen muss, dass es elektrische Zahnbürsten gibt, denn sie hängt mehr recht als schlecht auf dem Waschbeckenrand und führt mit sparsamen Bewegungen die rotierende Bürste an die Stellen, die nun mal bearbeitet werden müssen.
Entspannend dieser Moment, aber nur kurz. In Gedanken geht sie durch ihren Kleiderschrank und jetzt muss sie auch noch in die Klamotten finden. Anziehen ist Schwerstarbeit. Der Büstenhalter, der Slip, die Hose, T-Shirt.
Der flehentliche Blick zur Uhr, es ist fast eine Stunde vergangen, die Zeit rinnt ihr durch die Finger mit den alltäglichen Dingen.
Dann unbedingt ein Pott Kaffee, ohne den kann ihr Tag nicht beginnen. Der bringt Schwung in ihren Tag. Sie sitzt in ihrem Rolli, die Tasse Kaffee vor sich und denkt an das, was heute vor ihr liegt. In einer Stunde holt sie ihre Freundin im Auto ab und sie fahren in die nächste Kleinstadt um dort ein paar Schuhe für den nächsten Tanzauftritt zu kaufen. Die müssen unbedingt schwarz sein. Es ist ein Auftritt in einer Formation und die Tanzpaare bestehen aus Läufern und Rollstuhlfahrern. Ohne Hilfe geht es beim Schuhe suchen auch nicht. Ihre Freundin flitzt, sucht und bringt die schönsten schwarzen Halbschuhe zu ihr. Im Stand probiert sie an und in sehr kurzer Zeit, die Beine zittern vor Erschöpfung, ist die Entscheidung gefallen. Die Schuhe sind gekauft. Nun kann dem Auftritt am Sonnabend nichts mehr in die Quere kommen.
Obwohl schon am Limit, gehen die Beiden noch in das Nachbargeschäft. Wie gern würde sie sich Zeit nehmen, alle Regalreihen abzufahren und sich Kleinigkeiten und Schönes für ihr Heim in aller Ruhe auszusuchen.
Allein ihre Wirklichkeit sieht anders aus. Zielgerichtet sucht sie nur nach dem, was auf ihrem Zettel steht, Bettwäsche und Bettlaken. Kein Schauen rechts und kein Schauen links. Das Auto der Freundin ist klein, der Rollstuhl passt nicht hinein. Deshalb muss sie jeden Schritt planen. Ohne dass ihre Freundin davon eine Ahnung bekommt, scannt sie die Möglichkeiten ab, sich abzustützen, festzuhalten und mit den Armen den schwachen Körper und seine widerwilligen Muskeln abzustützen.
Bezahlen…, hier eine weitere Hürde. An der einzigen Kasse stehen Mutter und Tochter, haben wohl eine gesamte Kücheneinrichtung für die erste eigene Wohnung erworben und an der Kasse, wie auch sonst, eine unerfahrene Kassiererin. Jeder Posten muss einzeln in die Kasse eingegeben werden. Das dauert seine Zeit. Die Schlange hinter uns wächst und ich kann nur noch mit Mühe stehen. Die Beine werden puddingweich, der Rücken beugt sich und sie stützt sich mit Mühe auf den Tisch an der Kasse. Hinter ihr stehend die Freundin, welche die Bettwäsche, ihre eigene Handtasche und den kleine Rucksack von ihr hält. Wieder der kleine Mann im Kopf. Allein wäre das nicht möglich gewesen.
In solchen Momenten wird ihr sehr bewusst, was sie an Leistungsfähigkeit eingebüßt hat und wie hoch der Verlust der Muskelkraft ist. Im direkten Vergleich im pulsierenden Leben ist es für sie immer, als würde sie einen Spiegel vorgehalten bekommen. So sehr ist das in den eigenen vier Wänden nicht spürbar.
Zu Hause angekommen, atmet sie tief durch, schaut im Sessel eine belanglose Krimiserie, erholt sich dabei. Dann bespaßt sie den Hund, der auch was von ihr haben will, und stopft die gekaufte Bettwäsche in die Waschmaschine.
Die Sonne kommt heraus, der Hund bettelt um Futter. Sie macht ihm seine Portion fertig und kocht sich wieder einen Kaffee. Eigentlich müsste sie an die Atemmaschine, aber sie will nicht. Ihr geht die Software Dark Room nicht aus dem Kopf. Schon lange sucht sie nach einem Editor, der im Modus Fullscreen alle störende Element ausschließt und den Prozess des Schreibens sehr einfach auf das Schreiben reduziert.darkroom

Sie findet die Software, sitzt mit dem Kaffee am Schreibtisch und kann der Versuchung nicht widerstehen, einen ersten Text zu tippen. Die Installation ist einfach, es macht Spaß sich die helle graue Schrift auf dunklem Untergrund im Vollscreen einzurichten und die sparsamen und sehr sinnvollen Menüpunkte zu durchforsten. Wie immer, wenn sie sich mit solchen Dingen beschäftigt, vergisst sie Zeit und Raum und wird nur durch das Piepsen der Waschmaschine daran erinnert, dass es da noch viel mehr gibt. Also, mühsam steht sie auf, der Rücken und die Beine habe an diesem Tag schon alles gegeben, was sie geben konnten.
Sie entnimmt der Maschine die frisch gewaschene neue Bettwäsche, wie immer drückt sie ihre Nase hinein in den frischen Duft. Sie hat den Luxus, auf ihrer Wohnetage einen Balkon zu haben und kann die Wäsche dort an die frische Luft hängen. Mit Mühe machen die Arme mit, die oft ihr Eigengewicht nicht mehr tragen können, geschweige denn einen nassen Bettbezug auf den Wäscheständer hieven können.
Der Hund hat sich inzwischen zu einem längeren Verdauungsschläfchen mitten in den Wintergarten plumpsen lassen und blinzelt ihr immer mal zu, wenn sie vom Schreiben aufschaut. Sie wartet noch auf die Physiotherapeutin, die die Lymphdrainage anbietet. So sehr sie diese Stunde genießt, so gern wäre sie in der Lage, die Praxis aus eigener Kraft regelmäßig aufsuchen zu können und nicht auf die Hausbesuche angewiesen zu sein.
Der Sohn hat am Wochenende eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der ihr Mann, ihr Sohn, ihre Tochter und sie selbst Mitglied sind. Sie hat sich sehr darüber gefreut, dass er es gerade war, er der Asperger Autist, der den Kontakt zu uns auf diesem Wege sucht. Ihr Herz tut einen Hüpfer. Und sie nutzt auch gleich noch diese schöne neue Kommunikation, um ihrem Mann und ihren beiden Kindern auf diesem Wege eine gute und erfolgreiche Woche zu wünschen.

Sommer und Freiheit

Der Tag beginnt mit heftigen Rückenschmerzen. Obwohl, eigentlich beginnt er ja nicht damit, sondern er setzt fort, was in der Nacht begann. Sie kann nicht unterscheiden, ob es Rückenschmerzen sind, die sie quälen oder ob die Schmerzen von den Nieren verursacht werden. Beides ist für sie nicht gut. Ihre schon sehr eingeschränkte Möglichkeit, sich zu bewegen, wird noch mehr eingeengt. Sie möchte morgens einfach mal munter werden, mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht die Sonne wahrnehmen und mit einem gekonntem Sprung aus dem Bett springen. Ohne, dass sie der Schmerz zusammenzucken lässt.
Ihre Wirklichkeit unterscheidet sich zunehmend von dem, was sie sich erträumt. Die Nächte quälen sie mit Schmerzen und der Unfähigkeit, eine nicht schmerzende Lage im Bett zu finden. Nach kurzer Zeit verspannt sich jeder Muskel und schreit förmlich danach, entlastet zu werden.
Hat sie mal die richtige Position gefunden und hat sie der Schlaf eingeholt, meldet sich in regelmäßigen Abständen die Blase. Alle zwei Stunden. Mindestens. Nach Lymphdrainagen eher noch öfter.
Das Muskelproblem erlaubt es nicht, nur eine Sekunde den Gedanken im Kopf zu wälzen, den Toilettengang aufzuschieben. Sie muss aufstehen, alles andere wäre verheerend. Sie hat diese Muskulatur nur noch bedingt unter Kontrolle. Bedingt bedeutet in ihrem Fall die Zeit vom ersten Wahrnehmens des Dranges bis zur Erleichterung, etwa eine Minute.
Am Morgen dann möchte sie so viel tun, ist der Kopf, trotz der schlechten Nacht, mit vielen Ideen gefüllt, hat sie einen Plan, was sie am Tag schaffen möchte. Das erste ist wie immer, die Kaffeemaschine anzustellen und mit beiden Händen den Kaffeepott in den Händen zu halten und den Kaffe genüßlich zu schlürfen. Sie liebt es, ihre Nase in die duftende Kaffetasse zu halten, tief einzuatmen und die dampfende Flüssigkeit zu trinken. Nebenbei nimmt sie gern den Duft des frisch gemachten Kaffees wahr, wenn sie von dem kurzen Gang mit Hund vom Hof in ihre Küche kommt.
Sie schafft es noch, die Waschmaschie anzustellen und sich kurz auf dem Smartphone über Neues in der Welt, in ihrem Bekanntenkreis, unter Freunden und in ihrer Familie zu informieren. Das Handy quittiert mit einem unangenehmen Geräusch, einem Piepton, den sie nicht gern hört. Der bedeutet, dass das Gerät gern Strom hätte zum Aufladen. Nun gut, ohne geht es wohl nicht. Sie legt das Gerät an die Leine und setzt sich an den PC. Checkt ihre Mails, beantwortet die eine. Früher waren es mehr, viel Kontakt ist ihr nicht geblieben.
Sie denkt noch nach, wann sie den Hund auf die Tour mitnimmt. Die Sonne scheint heute wieder, der Rücken schmerzt und doch möchte sie in den Rolli mit dem Zuggerätevorsatz, Speedy genannt. Darin fühlt sie sich wohl, fühlt sie ihren Rücken nicht, machen die Beine keinen Ärger und die Lunge verhält sich auch kooperativ, solange ihre Besitzerin sich nur senkrecht hält.
Und das Beste daran, sie gelangt von A nach B ohne fremde Hilfe. Die einzige Voraussetzung sind glatte Wege oder Straßen und keine zu steilen Anstiege. Bordsteinkanten hasst sie und immer wieder wünscht sie sich, dass ihre Gemeinde doch die Absenkung von Bordsteinkanten konsequenter betreiben würde, ohne die fünf Zentimeter, die jedesmal doch noch übrigbleiben und bei der Überwindung immer wieder für stechende Schmerzen im Rücken sorgen, den Rollstuhl und sein Material sehr belasten.
Und während sie noch überlegt, stupst der Hund sie an. Sie weiß genau, was er will, er möchte, dass sie ihn füttert.
Noch nicht, denkt sie, erhebt sich, zieht ihre Trainingshose an. Dieses Umziehen ist immer wieder ein Kraftakt, der oft die Ausfahrt schon verhindert. Heute geht es, wenn auch unter Schmerzen.
Die schwarze Hose mit den pinkfarbenen Streifen signalisiert dem Tier, dass er mit ihr gemeinsam am Rolli Gassi gehen wird. Seine Aufregung ist kaum noch zu bremsen und sie muss sein Gejaule und Gebelle, dass seine Freude über ihre Entscheidung ausdrückt, ertragen.
Eine Jacke benötigt sie nicht, das Handy muss von der Leine, das ist unterwegs ihr Schutz. Sie muss den Rolli und das Zuggerät aus der Garage holen. Dem Hund geht das viel zu langsam, er begleitet diesen Vorgang mit Geheul. Dieses verstärkt sich, wenn sie es endlich schafft, ihm sein Zuggeschirr anzulegen. Nun ist sich das Tier sicher, er darf mit.
Fast am Ende ihrer Kraft, schon die Entscheidung bereuend, doch wissend, dass sich der Aufwand lohnt, öffnet sie noch das Hoftor und setzt sich in ihr Gefährt. Nicht ohne vorher den Helm und die Handschuhe angezogen zu haben. Dieses Ritual ist fast wie das Anziehen einer Rüstung. Mit Helm und Handschuhen ist sie unverwundbar. Sie koppelt den aufgeregten Hund an die Halterung an ihren Rollstuhl und auf das Kommando „Los“ bewegt sich der Hund mit freudigem Gebell und sie fängt an zu kurbeln.

Ausfahrt

Sie muss sich wenig befahrene Straßen und Wege suchen, sich und das Tier nicht unnötig in Gefahr bringend. Nur hat ihre Gemeinde nicht in die nötige Infrastruktur von Radwegen investiert. Also wählt sie die Schleichwege zu einem Teich in ihrer Nähe. Hier kann sich zur Mittagszeit in der Woche relativ sicher sein, dass sie allein ist. Sie lässt den Hund von der Leine und der genießt seine Freiheit, streunt links und rechts von ihr in den Wiesen und abgemähten Feldern umher. Er lässt sie nicht aus den Augen und kehrt immer wieder zum Gefährt zurück. Sobald sie ihn nur kurz ruft, ist er da, lässt sich bereitwillig wieder an die Leine anknüpfen und zieht wieder mit ihr gemeinsam los.
Tief atmet sie den Duft von frisch gemähtem Heu, von abgeernteten Getreidefeldern und von überreifen Pflaumen am Wegesrand. Sie träumt von Pflaumenkuchen mit Hefeteig und muss es dabei belassen. Sie kann aus eigener Kraft die Früchte nicht ernten. Dabei braucht es für einen runden Kuchen nur ein paar wenige. So glücklich sie ist, mit dem Hund in der Natur sein zu können, so betroffen macht sie diese Erkenntnis.
Von Natur aus als Optimistin zur Welt gekommen, wischt sie diese kurz währende Betroffenheit einfach weg und genießt den Augenblick. Nur der zählt. Der Weg dahin, dies zu können, war ein langer und einer mit vielen Hürden.

Sportarmband für Smartphone

Immer, wenn ich mit dem Handbike eine Tour plane, suche ich in meinen Sachen nach einer sicheren Möglichkeit, mein Smartphone unterzubringen. Und zwar so, dass ich schnell Zugriff darauf habe, wenn ich es benötige und so, dass ein plötzlicher Regenguss es nicht beschädigt. Mein Sohn brachte mich nun auf die Idee!

Er nahm an einem 10 km Lauf in Berlin teil und hatte sich ein Sportarmband für sein Handy zugelegt. Clever! So machte ich mich auf die Suche, für mein Z3 auch etwas passendes zu finden.

Habe ich bei amazon, aus dieser Quelle stammt auch das Bildmaterial.

Armband Sony Xperia Z3Armband Sony Xperia Z3 2

 

 

Stell dir vor… 

Stell dir vor, ein ganz naher Mensch leidet.

Unverschuldet.

Sein einziges Kind vom Tumor bedroht, den Job nach mehr als 30 Jahren verloren und dann noch der innerer Kampf mit dem Glauben, mit Gott, der all das sehenden Auges geschehen lässt.

Stell dir vor, dein Freund leidet, wütet gegen sich und andere.

Stell dir vor, dein Freund weint jede Nacht und nur wenige wissen um seine Tränen.

Stell dir vor, dein Freund verkriecht sich, zieht sich zurück, kann es nicht ertragen, immer aufs Neue verwundet zu werden, nichts tun zu können, um an seiner Situation etwas ändern zu können. 

Stell dir vor, wie unsagbar schwer es für mich ist, dem Freund eine Hilfe zu sein. Obwohl die Gedanken tagtäglich bei ihm und seinen Lieben sind, es mir die größte Achtung abringt, mit welcher Kraft, menschlicher Würde und Energie er dieses Leben lebt.

Ich bin bei dir mein Freund.

Pendel von Huka

Von einem meiner Lieblingsmenschen bin ich auf diese Art, sich cool und flott fortzubewegen, aufmerksam gemacht worden. Danke an Susann.:-)

Immer wieder bin ich erstaunt, wie kreativ die Menschen sind, das Leben mit und im Rolli angenehm und sinnvoll zu gestalten.

Der Preis ist enorm, gebraucht schon über 5000 €. Aber ich denke darüber nach, eisern zu sparen, um so ein Teil zu erwerben. Damit kann ich dann vielleicht mein Fernweh befriedigen und ich bin mobiler.

Gestöbert habe ich auf der niederländischen Seite:

http://roll-on.nl/gebruikt/specials/pendel-rolstoelscooter/productdetail/huka-pendel-fd/302

 

Lesen. Immer und überall.

Besser kann man diese ganz spezielle Art „Bücherwurm“ auf unserem Planeten gar nicht beschreiben.

Klappentexterin

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Woran man einen Bücherwurm erkennt. Daran, dass er immer und überall liest. Bei Regen, Wind, Schnee und Sonne. Er kann vollkommen verstummen und den Lärm um sich ausblenden, ganz eintauchen in die raschelnden Seiten seines Buches. Eine Oase der Stille und gleichzeitig eine Reise ohne Koffer und Tasche. So stand ich heute am Berliner Hauptbahnhof, wartete auf meine Verabredungen und hatte plötzlich dieses Bild vor Augen. Eine lesende Klappentexterin. Welch‘ schöne Momentaufnahme! Buch in der Hand, die Sonne als lachende Zeugin. So sende ich euch einen lieben Gruß. An diejenigen, die diese Tage zur Leipziger Buchmesse eilen und an alle, die zu Hause bleiben. In jedem Fall ist eins sonnenklar: Die Bücherwelt ist eine ganz besondere, die immer wieder inspiriert, viele Menschen zusammenbringt und eine große Leuchtkraft hat.

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Winter 2016 mit Myasthenia gravis

Was kann ich erzählen?

Im Winter bin ich etwas von der Welt isoliert. Ich bin bis auf die wenigen Male im Rolli-Tanz-Club zu Hause. Die Witterung, die Schniefnasen, die Nässe und Kälte, all das meide ich und bleib in meinen vier Wänden.

Ich hole mir die Welt zu mir. Die Therapeuten helfen mir, indem sie mich zu Hause besuchen, zweimal in der Woche Lymphdrainage, um die Stauungen in den Füßen und Unterschenkeln abzubauen. Das viele Sitzen, das fast nicht laufen können hat dazu geführt. Ich trage jeden Tag Kompressionstrümpfe. Von früh morgens bis spät abends. Es ist für eine Myasthenikerin nicht möglich, sich diese allein an- oder gar auszuziehen. Es fehlt schlicht die Muskelkraft dazu. Morgens und abends hiflt mir dabei mein Mann. Obwohl ich sie als meine kleinen Quälgeister bezeichne, haben diese durch konsequentes Tragen die Stauungen zurückgedrängt. Ich passe wieder in Schuhe und die Standfestigkeit hat sich enorm verbessert. Ich habe das Gefühl, nicht mehr so unsicher auf meinen zwei Beinen zu stehen.

Dazu kommt das tägliche mehrmalige Training mit dem Motomed, welches mir zu meiner großen Freude ohne große Hindernisse von meiner Krankenkasse genehmigt wurde.

MotomedGemeinsam mit der Physiotherapeutin habe ich mich langsam an meine Grenzen herangetestet. Dabei habe ich zwei Modi.

Für die Beine habe ich zur Zeit 5 Minuten 40 Umdrehungen/Minute mit reiner Motorkraft als Programm. Die Pedalen bewegen meine Beine, ohne dass ich die Kraft aufbringen muss, die Bremskraft zu überwinden. Das mache ich 2 x am Tag.

Das Programm für meine noch funktionierenden Arme ist bedeutend anspruchsvoller. Ich möchte bei besserem Wetter gern wieder mit meinem Handbike raus, es juckt in den Fingern. Deshalb habe ich jetzt zweimal am Tag je 15 Minten für die Arme bei Bremsstufe 6 gewuppt und schaffe je nach Tageszeit ohne Motorunterstützung zwischen 5,5 – 6,5 km. Dabei habe ich bemerkt, dass ich morgens viel leistungsfähiger bin und es mir am Abend schwerer fällt, die 6 km zu erreichen. Ist aber klar, am Abend ist die Erschöpfung hoch.

Da ich nun schon ein viertel Jahr lang unseren neuen Hund am Tage allein um mich habe, fordert der mich zusätzlich. Ich laufe, ganz nach den Bedürfnissen des Hundes gerichtet, mehrfach die Treppe (13 Stufen) hoch und runter. Es fällt mir schwer, die Treppe zu ersteigen. Und ich gebe gern zu, das ich sehr froh bin, wenn dann mein Mann nach Hause kommt und mir das abnehmen kann.

Ja und zwischendurch immer mal an die Beatmungsmaschine. Der Tag ist durchgetaktet, was ich in den Vormittagsstunden nicht erledige, muss warten bis zum nächsten Tag. Ehrlich, das hätte mich früher fast um den Verstand gebracht, es ging gar nicht, dass ich den Tag abschloss, ohne alles erreicht zu haben, was ich mir vorgenommen hatte.

Nun bin ich da sehr viel ruhiger geworden, gezwungenermaßen.

Und in der Zeit dazwischen habe ich Besuche von Freundinnen, ich liebe es!, habe ich meinem Mann einen Aran-Pullover gestrickt .

aus reiner Schafwolle
aus reiner Schafwolle

und bin dabei, eine Patchworkdecke zu häkeln, ganz klassisch aus Granny-Square-Mustern.

Granny-Squares

Meine Lieblings-Wollreste
Meine Lieblings-Wollreste

Ich lese „Hectors Reise“ von Francois Lelord – ein tolles Buch! Und ich bin gerade bei der Kelly Family und Ihren Liedern hängen geblieben und ins Träumen von Irland gekommen.

 

 

 

 

 

Brief einer Mutter

Einfach großartig dieser Brief! In meinemKopf sind die gleichen Gedanken. Danke für diesen Brief. Danke!

Quergedachtes | Ein Blog über Autismus

Dies ist ein Gastbeitrag!

Es ist ein Brief einer Mutter an Autisten, den ich an dieser Stelle gerne veröffentliche.

Ihr lieben in der Öffentlichkeit stehenden, erwachsenen Autisten,
diesen Brief zu schreiben, ist mir schon länger ein Bedürfnis; ihn jetzt tatsächlich zu verfassen, wird mir, je mehr ich in die öffentliche Diskussion schaue, zur Notwendigkeit. Ihr erfahrt für alles, was ihr sagt oder nicht sagt, tut oder nicht tut, ständigen, allseitigen und andauernden Gegenwind. Dieser Brief soll euch Rückenwind sein.
Ihr wollt mit dem, was ihr tut, andere an eurem Leben teilhaben lassen, die Akzeptanz verbessern, Aufklärung betreiben, Inklusion voranbringen, Unrecht überwinden, Vorurteilen entgegenwirken, besserere Umstände für Betroffene schaffen. All das tut ihr. Ihr tut, ganz nebenbei, aber noch etwas: Ihr helft UNS. Wir, das sind Eltern von autistischen Kindern.
Ihr helft uns, das für uns oftmals unverständliche Verhalten unserer Kinder besser zu verstehen, indem ihr es in für uns verständliche…

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Finley

Nach nun zwei Monaten ist unsere neues Familienmitglied in unserer Mitte angekommen.

Dabei ist sein Name Programm.

FINLEY =

Der Name „Finlay“ ist irisch-schottischer Herkunft. Ursprünglich wurde er nur als Vorname, seit dem 16. Jahrhundert auch als Familienname benutzt. Er stellt eine anglisierte Form des gälischen Namens Fionnlagh („blonder Krieger“) dar.

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Finley

Meine Tage snd ausgefüllt, diesem „blonden Krieger“ mit seinen nun vier Jahren menschliche Wärme, Sicherheit zu geben. Kommandos zu trainieren, Fellpflege durchzuführen, ihn an für ihn fremde Menschen heranzuführen. Die Treppe mehrmals zu bewältigen. Ich werde wieder fitter und glücklicher.

Er wurde mal von seiner Besitzerin in die Tötungsstation abgegeben,lebte dann an der Kette im benachbarten Tierheim, weil es Menschen gibt, die sich mit all ihrer Kraft dafür einsetzen, dass die Hunde nicht getötet werden. Mein Dank gilt deshalb dem Verein Notfelle e. V.

Nun kann ich vergleichen, mein erster Hund, Tyson war ein Jagdhund, Finley jetzt ist ein Hütehund. Die Unterschiede sind gewaltig. Für mich jedenfalls.

Schwarz war mein erster, blond nun mein zweiter. Er ist sehr verspielt, verschmust, gelehrig, selbstbewusst und klug. Er hütet und beschützt seine Wohnung und auch seine Herde. Und hat immer Hunger. Ich hab gelacht, als er jetzt für uns das erste Mal im Schnee tobte, die Nase wie ein Schneepflug in den Schnee gesteckt und vor sich hingeschnaubt. Herumgesprungen, ja getollt. Wir freuen uns nun wieder einen Begleiter bei uns zu haben, der ein „irischer blonder Krieger“ ist. Welch Zufall!😉

2016 Holz

Ich freue mich auf ein neues Jahr!

Nun ist es da, ein neues Jahr, noch jung an Tagen, klarer Frost und eine weiße Schneedecke. Hätten wir gern an Weihnachten gehabt. Tja, so ist das mit den Wünschen und Vorstellungen. Die Weihnachtsfeiertage und Silvester sind vorüber, die Familie war zusammen, wir haben gelacht, erzählt, geplant, entworfen, verworfen und, natürlich, auch geschlemmt.

2016 Schrift

Hab ich mir etwas vorgenommen für das Neue? Einen oder gar mehrere Vorsätze? Nein, hab ich nicht. Ich war zufrieden mit dem vergangenen, habe meine Gesundheit stabilisieren können, bin seit 2 Jahren ohne Blutwäsche und fühle mich gut.

Ich wünsche mir Frieden, ganz so wie in meiner Kinderzeit, die Konflikte in der Welt, im arabischen Raum, in der Ukraine, auf der Krim, in Europa und auch in unserem Land, der Terror, der unsere Lebensweise zerstören will, sie lassen mich nachdenklich werden. Allein, ich bin eine erwachsene Frau und ich weiß sehr wohl, es hilft nicht abends mit einem Wunsch einzuschlafen und am Morgen ist wieder alles gut.

Doch, wenn ich genauer drüber nachdenke, und das passiert mir immer beim Schreiben (lach), dann wünsche ich mir mehr Zeit mit Freunden zu verbringen, öfter zusammensitzen zu können, zuzuhören, gemeinsam zu lachen und das Leben zu genießen.

In diesem Sinne, meinen Lesern ein gutes Jahr 2016 und danke, dass Ihr mir folgt!